In Gedenken an Prof Dr. Gerd Wibberenz (* 15.11.1930 - †28.05.2017)

28.05.2017

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Gerd Wibberenz im Bereich der extraterrestrischen Physik lagen in der Beschleunigung, der Ausbreitung und der Messung energiereicher geladener Teilchen im erdnahen Weltraum sowie im interplanetaren Medium und in planetaren Magnetosphären. Mehr Unter der Leitung von Prof. Dr. Wibberenz ist die Christian-Albrechts-Universität mit Instrumenten auf den Forschungssatelliten Dial und Azur bereits in den 1960ern in den Weltraum vorgedrungen. Mit dem Experiment 6 auf den beiden Helios-Raumsonden, den ersten Sonden, die der Sonne näher kamen als der Merkur, und die die Bundesrepublik Deutschland auf das internationale Parkett der Raumfahrt zurückbrachten, setzte sich seine Erfolgsgeschichte mit Beteiligungen an der Jupiter-Mission Galileo sowie den Sonnenmissionen Ulysses und SOHO fort. Immer seiner Zeit voraus hat er frühzeitig Modelle zur Teilchenausbreitung nahe der Sonne und im interplanetaren Medium entwickelt. Modernste Techniken wurden in seiner Arbeitsgruppe eingesetzt und Internationalisierung war in seiner Welt kein Thema, da er sie jeden Tag im Institut vorlebte.

Prof Dr. Gerd Wibberenz erkannte frühzeitig, dass sich die Wissenschaft – jenseits von Disziplinen und Ländergrenzen – mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen verstärkt auseinandersetzten muss. Dazu gehören nicht zuletzt die Themen „Bemannte Raumfahrt, Umweltverschmutzung, Energie bzw. Energiewende und die Friedensforschung“. Für ihn war es wichtig, (physikalische) Fakten der Gesellschaft als objektive Basis für politische Entscheidungen zur Verfügung zu stellen. Er und sein Engagement werden uns fehlen.