AG Benedikt - Experimentelle Plasmaphysik

Die Arbeitsgruppe Experimentelle Plasmaphysik fokussiert auf die Erforschung von Niedertemperaturplasmen. Diese Plasmen existieren unter starken Nicht-Gleichgewichtsbedingungen, bei denen die freie Elektronen durch die elektromagnetischen Felder geheizt werden und das reaktive Gas in der Regel kalt bleibt. Dabei werden besondere Reaktivitäten und außergewöhnliche Energiedichten erreicht, die nicht mit anderen physikalischen oder chemischen Prozessen bei diesen Temperaturen zu erreichen sind. Deswegen eignen sich diese Plasmen besonders für die Herstellung von hochwertigen Schichten oder neuartigen Nanomaterialien, Behandlung von empfindlichen Substraten, oder für das bekannte anisotrope Ätzen. Sie können sowohl bei Niederdruck als auch bei Atmosphärendruck betrieben werden, wo z.B. die kalten Atmosphärendruckplasmen als vielversprechende therapeutische Mittel in dem neuen Feld der Plasmamedizin untersucht werden. Es wurde gezeigt, dass ihre extrem hohe Reaktivität im Kontakt mit Geweben oder Flüssigkeiten zur Initiierung von Heilungsprozessen oder zur lokalen Inaktivierung von Mikroorganismen führt. Bei allen Plasmaprozessen müssen die physikalischen und plasmachemischen Prozesse sehr gut verstanden werden, um die vielfältigen Möglichkeiten dieser Entladungen nutzen zu können.