Rosetta/OSIRIS-Morphologie und Aktivität des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimeko, Dr. Holger Sierks (MPS Göttingen)

14.04.2015 von 17:00 bis 18:00

Einladender: Prof. Heber

Dr. Holger Sierks (Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Göttingen)

Nach 10 Jahren Reisezeit hat die Rosetta-Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA am 6. August 2014 den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erreicht. An Bord der Raumsonde befindet sich das Kamerasystem OSIRIS (Optical, Spectroscopic, and Infrared Remote Imaging System). Es besteht aus zwei Kameras, der hochauflösenden Telekamera NAC (Narrow Angle Camera) für die Oberflächen- und Staubuntersuchungen sowie der Weitwinkelkamera WAC (Wide Angle Camera) für die Untersuchung der großskaligen Strukturen in der Staub- und Gaskoma. Die ersten, noch nicht aufgelösten Aufnahmen des Kometen 67P/C-G wurden am 20. März 2014 aufgenommen. Die frühe Phase der Beobachtungen durch OSIRIS erlaubt die Bestimmung der Rotationsperiode und der Lage der Spinachse, sowie der bis dahin unbekannten Rotationsrichtung des Kometenkerns. Schon früh wurde die erste Aktivität beobachtet, ein kurzer, aber starker Ausbruch am 30. April 2014. Seit der Ankunft der Raumsonde am Kometen hat OSIRIS diesen aus weniger als 100 km Entfernung beobachtet und kartographiert.  Die Bildsequenzen zeigen zunehmend feinere Details der Oberfläche und der lokalen Staubumgebung. Sie erlauben damit die Untersuchung der Aktivität des Kometen, und geben Einblick in die frühe Geschichte unseres Sonnensystems.Die neuesten Aufnahmen ermöglichen das Studium der Morphologie und der Quellregionen der Aktivität des Kometen. Feinskalige Jets können auf lokale topographische Strukturen wie Vertiefungen, Spalten oder Klippen zurückgeführt werden. Die Analyse der Struktur und Oberfläche (Sehen wir Krater? Wie entstehen ‚pits‘? Warum liegen überall „Fels“-Brocken? Warum hat der Komet so eine spezielle Form?) erlaubt Einblick in seine Entstehungsgeschichte und damit in die Entstehungsgeschichte des Sonnensystems. Am 12. November 2014 hat OSIRIS den Abstieg und die Landung von PHILAE begleitet. Der gemeinsame Blick von OSIRIS und PHILAE auf die lokalen Strukturen am Landeplatz ermöglicht die Untersuchung eines weiten Bereiches von Details in Skalenlängen und Komposition.

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